TÄGLICHES GEDENKEN FÜR DIE TODESOPFER AN DER BERLINER MAUER

Kapelle der Versöhnung, Bernauer Strasse 4
Werktags, Dienstag - Freitag, 12.00 - 12.15 Uhr
Die Mauertotenandacht

Die Berliner Mauer schnitt in das Herz der Stadt. Sie trennte Straßen und Stadtteile, Familien und Freunde. Die Gewalt an der Grenze zerstörte viele Leben.
138 Menschen sind an der Berliner Mauer zu Tode gekommen. Im Altar der Kapelle bewahren wir das Buch mit ihren Biografien auf. In unserer Gedenkandacht nennen wir den Namen eines Opfers und erinnern an seine Geschichte.
Das Gebet am Ende der Andacht schließt alle ein, die sich nach Freiheit sehnen. Auch Menschen, die bis heute auf der Flucht sind.
Die von der Evangelischen Versöhnungsgemeinde und der Stiftung Berliner Mauer verantworteten Andachten finden seit dem 13. August 2005 in der Kapelle der Versöhnung statt.
Sie werden von einem Kreis von Menschen aus der ganzen Stadt gehalten. Mit der Andacht möchten möchten wir den Angehörigen Trost spenden und gemeinsam an die Opfer an der Mauer erinnern.

Im Jahr 2015 nahmen 2.943 Besucher an149 Andachten teil.
seit Beginn der Andachten August 2005 nahmen 31.630 Menschen an 1.686 Andachten teil, das sind Teilnehmer: Ø 19 Personen
Die Kapelle der Versöhnung hatte seit ihrer Einweihung im Jahr 2000, über 2.107 900 Besucher.

Die Berliner Mauer gilt als Symbol für die Unfreiheit der DDR-Bevölkerung.
Mindestens 138 Menschen wurden zwischen 1961 und 1989 an der Berliner Mauer getötet oder kamen im Zusammenhang mit dem DDR-Grenzregime ums Leben.

98 DDR-Flüchtlinge, die beim Versuch, die Grenzanlagen zu überwinden, erschossen wurden, verunglückten oder sich das Leben nahmen 30 Menschen aus Ost und West ohne Fluchtabsichten, die erschossen wurden oder verunglückten.

Acht im Dienst getötete DDR-Grenzsoldaten, die durch Fahnenflüchtige, Kameraden, einen Flüchtling, einen Fluchthelfer oder einen West-Berliner Polizisten getötet wurden.

Darüber hinaus verstarben mindestens 251 Reisende während oder nach Kontrollen an Berliner Grenzübergängen.

Ungezählt sind die Menschen, die aus Kummer und Verzweiflung über die Auswirkungen des Mauerbaus auf ihr Leben starben.

Bis 1989 ließ das SED-Regime an der Mauer gezielt auf Menschen schießen, auf Flüchtlinge, Fahnenflüchtige, Fluchthelfer und andere so genannte „Grenzverletzer“.

Einzelne Todesfälle haben sich fest ins kollektive Gedächtnis eingeschrieben. Wer waren diese Menschen?

Unter welchen Umständen starben sie?

Wie gingen die DDR-Behörden mit Angehörigen und Freunden der Toten um? Welche Reaktionen lösten die Todesfälle in Ost und West aus?

Das Forschungsprojekt „Todesopfer an der Berliner Mauer“ geht diesen Fragen erstmals auf breiter Quellengrundlage nach. Sowohl die Unterlagen des MfS und der DDR-Grenztruppen als auch die Verfahrensakten, die die Staatsanwaltschaft im Zuge der strafrechtlichen Verfolgung von Gewalttaten an der Berliner Mauer angelegt hat, werden systematisch ausgewertet, Zeitzeugen befragt und zeitgenössische Medienberichte herangezogen.
Ziel ist es, sowohl die genaue Zahl der Todesopfer an der Berliner Mauer zu ermitteln, als auch die Lebensgeschichten und Todesumstände aller Mauertoten in Text und Bild zu dokumentieren. Von der militärisch bewachten Grenze, die West-Berlin zwischen 1961 und 1989 umgab, gingen vielfältige Formen der Gewalt aus. Arbeitsgrundlage ist daher eine Definition des Begriffs „Todesopfer an der Berliner Mauer“, die ein Spektrum von fünf Fallgruppen umfasst:

  • Personen, die bei einem Fluchtversuch im Grenzgebiet von Angehörigen der bewaffneten Organe der DDR (i. d. R. durch Schusswaffeneinsatz) getötet wurden oder an den Folgen der dabei erlittenen Verletzungen gestorben sind
  • Personen, die bei einem Fluchtversuch im Grenzgebiet ohne Fremdeinwirkung durch einen Unfall zu Tode gekommen oder an den Folgen der dabei erlittenen Verletzungen gestorben sind (z. B. durch Stürze, Ertrinken, Herzversagen)
  • Personen, die unabhängig von einer Flucht im Grenzgebiet aufgrund von Handeln oder Unterlassen staatlicher Organe der DDR verstorben sind (z. B. West-Berliner, die die Staatsgrenze der DDR „verletzten“, indem sie über die Mauer kletterten oder Ost-Berliner, die versehentlich für Flüchtlinge gehalten und erschossen worden sind)
  • Angehörige der DDR-Grenztruppen, die von Flüchtenden oder im Zusammenhang mit Fluchtaktionen im Grenzgebiet getötet oder tödlich verletzt wurden "
  • Personen, die durch oder bei Handlungen der Grenzorgane zu Tode kamen, z.B. bei einer Kontrolle.


Auf der Grundlage dieser Definition wurden alle Todes- und Verdachtsfälle, die in den vorhandenen Listen und in der Sekundärliteratur genannt sind, in einer Datenbank erfasst und überprüft.
Die Biographien wurden im Rahmen des Kooperationsprojektes „Die Todesopfer an der Berliner Mauer 1961-89“ vom Verein Berliner Mauer - Gedenkstätte und Dokumentationszentrum e.V. und dem Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam erarbeitet.
Leitung: Dr. Maria Nooke / Dr. Hans-Hermann Hertle Bearbeitung: Christine Brecht M.A. und Dr. Udo Baron
Gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Kontakt:\ Evangelische Versöhnungsgemeinde
Bernauer Str. 111, 13355 Berlin
Tel. 030 463 60 34
kirche.versoehnung@berlin.de
http://www.versoehnungskapelle.de

Dokumentationszentrum Berliner Mauer
Bernauer Straße 111, 13 355 Berlin
Tel. 030 467 98 66 66
info@berliner-mauer-dokumentationszentrum.de
http://www.berliner-mauer-gedenkstaette.de**

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