Zur Einweihung der Kapelle der Versöhnung

Liebe Gemeinde, liebe Berliner!

„Am 9. November 2000, dem Jahrestag des Mauerfalls im Millenniumsjahr feierten wir die Einweihung der Kapelle der Versöhnung - einem Ort der Andacht und des Gebets.

Mit der Wende 1989 begann die Versöhnungsgemeinde ihre Position neu zu bestimmen. Zunächst waren praktische Fragen zu klären. Erinnert sei an das Engagement der Bürgerinitiative Bernauer Straße. Bald schon war uns bewußt, da� wir auch eine große Verantwortung für die historischen Fragen haben; die „Gedenkstätte Berliner Mauer“ und das „Bürgerbüro für die Opfer der SED-Diktatur“ sind dafür bekannte Beispiele.
Auch die Frage nach dem Profil unserer Gemeinde mußte neu beantwortet werden. Die Rückkehr der alten Glocken der Versöhnungskirche und des Altars, die Ausgrabung von Fundamentresten haben diesen Prozeß geprägt.
Die Kapelle der Versöhnung ist unsere Antwort: ein moderner Stampflehmbau auf den Fundamenten der im ehemaligen Todesstreifen der DDR Grenze gesprengten Versöhnungskirche. In ihr haben der gerettete Altar und vor ihr die alten Glocken wieder ihren Platz gefunden. Die Ausführung des Lehmbaus übernahm Martin Rauch aus Schlins / Österreich.
Die Bauarbeiten an dem Stampflehmbau wurde auch von jungen Freiwilligen aus vierzehn europäischen Ländern unterstützt. Das Freiwilligenprojekt wurde vom Arbeitskreis Denkmalpflege e.V. / Netzwerk Offene Häuser e. V. organisiert und koordiniert. Die TU Berlin Übernahm die wissenschaftliche Betreuung des innovativen Stampflehmbauprojekts.

Seit dem 9. November 1999 hatte die Versöhnungsgemeinde ihr Gemeindehaus in der Bernauer Strasse 111 dem Dokumentationszentrum zur Verfügung gestellt und war damit ohne Gottesdienststätte.
Deshalb mußten wir die Kapelle bereits seit Dezember 1999 nutzen, obwohl dort noch eine Baustelle war.
Es hat sich bereits gezeigt, daß Besucher sich ansprechen lassen von diesem Ort der Besinnung und der Segnung bei Taufen, Trauungen, Trauerfeier. Schon der Bau war begleitet von einem guten Medienecho.

Wir hoffen, daß die Angebote der Zukunft in gleicher Weise Beachtung finden.“
Pfarrer Manfred Fischer

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