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Kraniche für den Frieden. Andacht zum Friedensprojekt und Installationsbeginn

am Mittwoch, 13. August 2025 um 18 Uhr in der Kapelle der Versöhnung

Gemeindeprojekt von Vikarin Ronja Angermann

In den letzten Wochen wurde an vielen Orten in der Gemeinde und im Kiez gefaltet: In Gruppen, alleine,
in Kirchen, im Garten, zuhause, in Küchen und Wohnzimmern. Überall haben Menschen sich hingesetzt
und Kraniche für den Frieden gefaltet. So kamen innerhalb weniger Wochen über 1000 Kraniche
zusammen, die den Wunsch von uns Menschen hier im Wedding nach Frieden ausdrücken. Jeder einzelne
Kranich steht für den Wunsch nach Frieden, den wir in uns tragen und der durch den Kranich sichtbar
geworden ist.
Unsere Kraniche sind vielleicht nicht perfekt. Manche sind krumm und schief. Manche haben Ecken und
Kanten. In manchen ist deutlich zu erkennen, wie viel Verzweiflung, Wut und Frustration das Falten der
Kraniche ausgelöst hat. Und es kann auch gesehen werden, wie schwer das Falten der einen oder dem
anderen gefallen ist. Aber wir alle waren geduldig. Wir haben den Mut nicht verloren. Wir haben den
Frust überwunden. Wir haben das Papier doch nicht einfach in den Mülleimer geworfen und aufgegeben.
Denn wir wollten alle zusammen ein Zeichen setzen. Ein Zeichen für den Frieden. Und das kann nun in
der Kapelle der Versöhnung gesehen werden.

Doch bald schon sollen unsere Kraniche um die ganze Welt fliegen.
Ab dem 7. September dürfen sie von Besuchern der Kapelle mitgenommen werden, um den Wunsch nach
Frieden an möglichst viele Orte dieser Erde zu verschiedenen Menschen zu bringen.
Damit für alle Menschen sichtbar wird, wie der persönliche Wunsch nach Frieden wirkt und sich auf der
ganzen Welt ausbreiten kann, haben wir eine Bitte:
Schick uns ein Foto von dem Ort, wo du den Kranich aufhängst!
So kannst du Teil unseres Projekts werden. Wir wollen aus den Fotos der Kraniche eine Ausstellung
machen und so verdeutlichen, wie sich der Wunsch nach Frieden auf der Welt ausbreiten kann.
Du möchtest auch verfolgen, wie sich die Kraniche mit ihrem Wunsch nach Frieden auf der Welt
verbreiten? Dann folge uns auf Instagram! @evangelisch.am.gesundbrunnen.

Englisch Version:
In recent weeks, people have been folding all over the neighborhood and community: in groups, alone, in
churches, in gardens, at home, in kitchens and living rooms. Everywhere, people have sat down and
folded cranes for peace.
Within just a few weeks, over 1,000 cranes were created, expressing our collective desire for peace here
in Wedding. Each individual crane represents the longing for peace that we carry within us—made visible
through the act of folding.
Our cranes may not be perfect. Some are crooked or uneven. Some have rough edges. In some, you can
clearly see the frustration, anger, and despair that folding them stirred up. And you can also see how
difficult folding was for some. But we all stayed patient. We didn’t lose courage. We overcame the
frustration. We didn’t just throw the paper away and give up. Because we all wanted to send a message. A
message for peace.
And now, that message can be seen in the Chapel of Reconciliation.

But soon, our cranes will fly all over the world.
Starting September 7, visitors to the chapel are invited to take a crane with them and bring the wish for
peace to as many places and people as possible.
To make the personal wish for peace visible and show how it can spread across the globe, we have a
request:
Send us a photo of where you hang the crane!
This way, you can become part of our project. We want to create an exhibition from the photos to show
how the wish for peace can travel and take root around the world.
Would you like to follow how the cranes and their message of peace are spreading around the globe?
Then follow us on Instagram: @evangelisch.am.gesundbrunnen

„Oh Herr, mach mich zum Werkzeug deines Friedens.” Dieses Gebet, das dem heiligen Franziskus zugeschrieben wird, ist sehr berührend. Doch wie ist es möglich, dies umzusetzen? Wie können wir zum Werkzeug von Gottes Frieden angesichts der vielen Kriege auf der Welt werden? Wie können wir Gottes Liebe auf der Erde verwirklichen?

Manchmal scheint es aussichtslos. Doch schauen wir uns um, können wir auch immer Geschichten der Hoffnung finden. So wie jene über die Japanerin Sadako Sasaki. Mit gerade einmal zweieinhalb Jahren überlebte sie 1945 in Hiroshima den Abwurf der Atombombe. Doch erkrankte sie knapp neun Jahre später an Leukämie. Während ihres Krankenhausaufenthaltes begann sie Origami-Kraniche zu falten. Laut einer Sage sind Kraniche nicht nur Boten des Glücks, sondern sie erfüllen auch einen Wunsch, wenn 1000 von ihnen gefaltet werden.

Diese Arbeit machte Sadako Mut, gab ihr Kraft und Hoffnung. Bis zu ihrem Tod 1965 schaffte sie es nicht. Doch dank der Hilfe ihrer Mitschüler waren bei ihrer Beerdigung alle 1000 Kraniche fertig.

Diese Geschichte machte die Origami-Kraniche zu einem Symbol für Frieden. Sie sollen Menschen Hoffnung geben und zugleich auf die schrecklichen Folgen von Krieg aufmerksam machen. Selbst Kraniche zu falten, kann Ruhe und Zuversicht geben. Es kann die Hilflosigkeit beiseiteschieben und das Gefühl geben, etwas tun zu können. So können wir Frieden in uns finden und diesen inneren Frieden nach außen tragen.

Wir als Evangelische Kirchengemeinde am Gesundbrunnen und den dazugehörigen Kiezen wollen ein Zeichen setzen. Wir wollen gemeinsam 1000 Origami-Kraniche falten und sie in der Kapelle der Versöhnung aufhängen, wo sie den Besuchern aus aller Welt unseren Wunsch nach Frieden zeigen können. Und schließlich dürfen nach der Ausstellungszeit die Kraniche Interessierten mitgegeben werden – und somit auf Reisen in alle Welt gehen: um den Wunsch nach Frieden aus dem Wedding hinaus in die ganze Welt zu tragen. Wir alle gemeinsam, als Werkzeug für Gottes Frieden. Frieden für uns. Frieden für unsere Kinder. Frieden für die Welt.

Weitere Informationen über Vikarin Ronja Angermann: ronja.anarchia@gmail.com

Cranes for Peace
„Oh Lord, make me an instrument of your peace.“
The prayer „Oh Lord, make me an instrument of your peace,“ attributed to Saint Francis,
is very moving. But how can it be put to practice? How can we become instruments of
God’s peace in the face of the many wars in the world? How can we realize God’s love on
Earth?
Sometimes it seems hopeless. But if we look around, we can always find stories of hope.
Like the story of the Japanese girl Sadako Sasaki. At just two and a half years old, she
survived the atomic bomb drop in Hiroshima. However, she developed leukemia almost
nine years later. During her hospital stay, she began folding origami cranes. According to
legend, cranes are not only messengers of happiness, but they also grant a wish if 1,000
of them are folded.
This activity gave Sadako courage, strength, and hope. She did not complete the task
before her death in 1965. But thanks to the help of her classmates, all 1,000 cranes were
finished by her funeral.
This story turned origami cranes into a symbol of peace. They are meant to give people
hope and at the same time draw attention to the terrible consequences of war.
Folding cranes yourself can provide you with calmness and confidence. It can help you
push aside helplessness and cause you to feel able to act.
Consequentially , we can find peace within ourselves and carry this peace into the
world.
We, as the Evangelisch Am Gesundbrunnen community and the associated
neighborhoods, want to make a statement for peace.
Together we aim to fold 1,000 origami cranes and hang them in the Chapel of
Reconciliation, where they will symbolize our wish for peace for visitors from all over the
world. Form here, the cranes will travel to all parts of the world, carrying the wish for
peace from Wedding to the entire world.
We all together as instruments for God’s peace.
Peace for us. Peace for our children. Peace for the world.

Kraniche für den Frieden