Pfarrstelle zur besonderen Verfügung mit der Beauftragung zum pfarramtlichen Dienst in Verantwortung für Erinnerungsarbeit in der Landeskirche sowie für die Arbeit am Erinnerungsort Kapelle der Versöhnung
In der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) ist ab dem 1. November 2026 die (11.) landeskirchliche Pfarrstelle zur besonderen Verfügung mit der Beauftragung zum pfarramtlichen Dienst in Verantwortung für Erinnerungsarbeit in der Landeskirche sowie für die Arbeit am Erinnerungsort Kapelle der Versöhnung im Evangelischen Kirchenkreis Berlin Nord-Ost im Umfang von 100 % für die Dauer von sechs Jahren zu besetzen.
Die erinnerungskulturelle Arbeit der EKBO ist ein wichtiges Feld kirchlichen Handelns, das in die Gemeinden und andere Teile der Gesellschaft hineinwirkt. Sie hat sich in den letzten 15 Jahren in vielen Tätigkeitsfeldern, Projekten und Kooperationen erweitert und bewährt. Der Schwerpunkt der Beauftragung liegt auf der Geschichte der Kirche in und nach der SED-Diktatur. Sie bringt ins Gespräch, wie sich die Rolle einer sich verändernden Evangelischen Kirche im Prozess der Selbstdemokratisierung vor und nach den Ereignissen der friedlichen Revolution 1989 und heute darstellt. Daneben koordiniert sie die Tätigkeit derjenigen mit, die für kirchliche Erinnerungsarbeit/kirchlichen Lernorte stehen. Dazu gehört die Zuständigkeit für die AG Kirchliche Lernorte. Die Beauftragung soll mitwirken an einer Konzeptentwicklung, wie die vielen Erinnerungsorte insbesondere im Sprengel Berlin miteinander vernetzt und stärker sichtbar gemacht werden können. Es ist eine Netzwerkstelle zwischen Landeskirche und Kirchenkreis mit Anbindung an die Kirchengemeinde Am Gesundbrunnen, in der die Kapelle der Versöhnung ein besonderer kirchlicher Ort ist.
Gesucht wird eine Pfarrperson, die eine hohe Sensibilität und möglichst erste Erfahrungen mit Erinnerungsarbeit/Erinnerungskultur und Netzwerkarbeit mit nicht-kirchlichen Stakeholdern hat. Im besten Fall eine Person, die einen Schwerpunkt in kirchlicher Zeitgeschichte, idealerweise hierzu auch wissenschaftlich gearbeitet hat. Die Person hat ihren Dienstsitz mit einem festen Schwerpunkt an der Kapelle der Versöhnung. Sie hat zugleich das Thema Erinnerungsarbeit für die gesamte EKBO im Blick.
Tätigkeit und Erwartungen
- Ansprechpartner/in und Beratung für kirchliche Erinnerungsorte, Profilentwicklung und „Agentur“ für bildende Angebote;
- Ansprechperson für Menschen aus dem Raum der EKBO, die sich im Zusammenhang mit Aufarbeitungsanliegen melden.
- Entwicklung und Durchführung von Gedenk- und Andachtsformen, insbesondere zu zentralen Daten der DDR-Diktatur (z. B. 17. Juni, 9. November, Friedliche Revolution 1989, Tag der Deutschen Einheit, 13. August).
- Gestaltung von Gedenktagen und Gottesdiensten an der Kapelle der Versöhnung sowie Begleitung der Versöhnungsarbeit der Nagelkreuzgemeinschaft von Coventry und Unterstützung der ehrenamtlichen Arbeit der Kapellenhüter und Lektorinnen vor Ort
- Erstellung von Anregungen und Impulsen zu Fragen von Aufarbeitung der Rolle der Kirche in zwei Diktaturen, auch in den digitalen Kommunikationskanälen (Social Media) im Kontext der landeskirchenweiten Kommunikationsstrategie. Z.B.: Liturgische Reflexion zu Schuld, Sühne, Versöhnung, auch im Kontext deutsch-deutscher Geschichte,
- Koordination und Weiterentwicklung des wissenschaftlichen Beirats und des Beirates „Lernen an kirchlichen Erinnerungsorten“, dazu Mitarbeit in Leitungsgremien und der Weiterentwicklung von Konzeptionen von Erinnerungsorten und Netzwerkarbeit mit Gedenkstätten und Kulturverwaltungen. Sichtbarmachung kirchlicher Verantwortung in Diktaturen, theologisch reflektierte Vermittlung von Freiheit, Menschenrechten, Demokratie, Stärkung kirchlicher Bildungsarbeit zu kollektiver Erinnerung und Versöhnung, z.B. in Kooperation mit Ev. Akademie, Amt für Kirchliche Dienste, Berliner Missionswerk, Universitäten und Hochschulen, Bundesstiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur, Landeszentralen für Politische Bildung, Stiftung Berliner Mauer, der Bundesbeauftragten für die Opfer der SED-Diktatur und darüber hinaus Austausch mit weiteren Landes- und Bundesbeauftragten.
Der Kirchenkreis unterstützt bei der Wohnungssuche
Nähere Auskünfte erteilen Superintendentin Almut Bellmann, E-Mail: a.bellmann@kirche-berlin-nordost.de, sowie OKRn Dr. Katrin Rudolph, E-Mail: katrin.rudolph@ekbo.de.
Bewerbungen werden bis zum 20. Mai 2026 erbeten an das Konsistorium, Abteilung 3, per E-Mail in einer zusammenhängenden Datei an pfarrstellenbewerbungen@gemeinsam.ekbo.de.
_11.__landeskirchliche_Pfarrstelle_zur_besonderen_Verfuegung.pdf